Soziales Engagement in Hannover: HAZ berichtet über #FarbeGegenBraun bei LO&GO
Im September 2020 berichtete die Hannoversche Allgemeine Zeitung über eine Fotokampagne gegen Rassismus, die ein ungewöhnliches Zuhause gefunden hatte: Zwischen Sakkos, Fliegen und Manschettenknöpfen war im LO&GO-Geschäft in der Windmühlenstraße ein kleines Fotostudio aufgebaut — ein Stück soziales Engagement in Hannover, mit prominenten Gesichtern vor der Kamera.
Porträts mit Farbe gegen Rassismus
Hinter der Kampagne #FarbeGegenBraun — „Gib Rassismus keine Chance" — steht die Fotografin Behnush Martinez Hartmann. Wie die HAZ schrieb, startete sie das Projekt nach den Protesten gegen Polizeigewalt und Rassismus, die der Tötung von George Floyd gefolgt waren. Ihr Konzept: Schwarz-Weiß-Porträts, bei denen Gesicht und Hand der Abgebildeten mit Farbe markiert sind. Mit den Fotos wird kein Gewinn erzielt — alle Spenden gehen an die Stiftung gegen Rassismus.
Die gebürtige Iranerin machte in dem Bericht auch ihre persönliche Motivation deutlich: Ihr selbst war ein Fotoauftrag entzogen worden. „Die Entwicklung in der Gesellschaft ist brutal. Es wird sich inzwischen offen rassistisch geäußert", wurde sie zitiert.

Fotostudio zwischen Sakko und Fliege
Vor schwarzer Leinwand und unter einer kreisrunden Kunstlichtlampe lichtete die Fotografin im Geschäft in der Windmühlenstraße unter anderem den Schauspieler Sven Martinek ab — mit blauer Farbe auf Hand und Gesicht. Rolf Eisenmenger ließ sich ebenfalls porträtieren und hatte Martinek dem Bericht zufolge für die Aktion gewonnen.
Weitere Teilnehmer waren der Reality-TV-Bekannte Sebastian Fobe, der Schauspieler Adrian van Veen, der Die-Partei-Abgeordnete Julian Klippert und Oberbürgermeister Belit Onay. Wer mitmacht, wird „Gesicht der Kampagne" und kann einen Betrag seiner Wahl spenden; zur Auswahl stehen vier Grundfarben. Martinek erklärte seine Teilnahme mit den Worten: „Ich weiß nicht, woher die Arroganz mancher kommt, dass jemand besser ist als der andere aufgrund der Hautfarbe."
Mehr als ein Fototermin
Zusätzlich zu den Porträts entstanden Videoclips, die auf dem Instagram-Kanal der Fotografin veröffentlicht wurden. Das Projekt sollte ursprünglich im September 2020 enden, lief aber weiter — als Ideen für die Zukunft standen ein Treffen aller Beteiligten und die Präsentation der Fotos auf Plakaten im Raum.
Für uns war die Bereitstellung der Räume selbstverständlich: Wer in der Innenstadt ein Geschäft betreibt, trägt auch Verantwortung für das Klima in der Stadt.
Quelle: HAZ vom 26.09.2020, Monika Dzialas. Online: HAZ vom 26.09.2020
