Anzug-Glossar Die Sprache des Anzugs.
Auf Einladungen, in Prospekten und im Beratungsgespräch tauchen Wörter auf, die niemand im Alltag benutzt. Diese Seite übersetzt sie — für Bräutigame, Abiturienten und alle, die einen guten Anzug wollen, ohne vorher ein Lexikon zu lesen. Und wenn Sie einen Begriff lieber live sehen möchten: In unseren Stores in der Luisenstraße 4 und der Windmühlenstraße 3 zeigen wir Ihnen jedes Detail direkt am Anzug. Wer die großen Zusammenhänge sucht, findet sie zusätzlich im Wikipedia-Artikel zum Dresscode.
Dresscodes & Anlässe
Black Tie
Black Tie heißt übersetzt „schwarze Fliege“ und meint den Smoking. Dazu gehören ein schwarzes oder mitternachtsblaues Sakko mit seidigem Revers, eine schwarze Fliege und ein weißes Smokinghemd. Der Dresscode gilt für Abendveranstaltungen ab etwa 18 Uhr, zum Beispiel Bälle und festliche Hochzeiten. Er steht auf der Einladung oder ist bei Gala-Events stillschweigend vorausgesetzt. Wie der Smoking historisch entstanden ist, erklärt der Wikipedia-Artikel zum Smoking.
Business Attire
Der klassische Büro-Dresscode. Gemeint ist ein dunkler Anzug in Blau oder Grau, ein einfarbiges Hemd und eine Krawatte. So kleiden Sie sich für Termine, bei denen es auf einen verbindlichen Eindruck ankommt.
Business Casual
Eine Stufe entspannter als Business Attire. Der Anzug darf durch die Kombination aus Sakko und Stoffhose ersetzt werden, die Krawatte entfällt. Relevant ist dieser Dresscode in den meisten modernen Büros und bei Terminen ohne formellen Rahmen. Wie weit Sie gehen können, hängt von Ihrer Branche ab.
Casual
Freizeit-Dresscode ohne feste Regeln. Gemeint ist gepflegte Alltagskleidung, keine Jogginghose. Wenn Sie unsicher sind, liegt eine saubere Hose mit Hemd oder Poloshirt immer auf der sicheren Seite.
Cocktail
Ein dunkler Anzug mit Hemd, Krawatte optional, aber erwünscht. Cocktail ist der häufigste Dresscode bei Hochzeiten und Abendfeiern und liegt zwischen Business und Black Tie. Sie brauchen dafür keinen Smoking.
Creative Black Tie
Der Smoking bleibt die Basis, darf aber individuell interpretiert werden. Erlaubt sind etwa ein Samtsakko, ein farbiges Einstecktuch oder eine andere Fliegenfarbe. Der Dresscode taucht auf, wenn der Gastgeber Festlichkeit mit Persönlichkeit verbinden will.
Cut und Cutaway
Ein sehr formeller Festtagsanzug für den Tag, erkennbar am langen, schräg abfallenden Rückteil des Gehrocks. Getragen wird er mit grauer Hose, Weste und Plastron. Klassischer Anlass ist die eigene Hochzeit am Vormittag oder frühen Nachmittag. Wir führen Cuts von Wilvorst und Tziacco, zwei deutschen Herstellern aus Northeim.
Festlich / Festliche Abendgarderobe
Eine Einladungsformulierung ohne strenge Definition. Sie bedeutet: dunkler Anzug oder Smoking, auf jeden Fall Hemd, und Schuhe, die zum Anlass passen. Je später die Veranstaltung beginnt, desto dunkler und formeller sollten Sie sich kleiden.
Frack
Der formellste Anzug überhaupt, mit langen Schößen hinten und einer offenen Vorderseite. Er wird ausschließlich mit weißer Fliege getragen und gehört zum Dresscode White Tie. Relevant ist er bei Staatsempfängen, großen Bällen und Opernpremieren.
Gesellschaftsanzug / Stresemann
Die Alltagsvariante des Cuts: ein grauer oder schwarzer Gehrock ohne Schöße, kombiniert mit gestreifter oder einfarbiger Hose. Der Stresemann ist die traditionelle Wahl für standesamtliche Hochzeiten am Tag und offizielle Tagesanlässe.
Semi Formal
Halbformell. Am Tag ist ein heller Anzug möglich, am Abend sollte es ein dunkler sein; die Krawatte ist erwünscht, aber keine Pflicht. Der Dresscode deckt sich weitgehend mit Cocktail.
Smart Casual
Gepflegt, aber nicht förmlich. Typisch sind Sakko oder feiner Strick über einem Hemd, dazu Chino oder dunkle Jeans und Lederschuhe. Sneaker können passen, wenn sie sauber und schlicht sind.
Smoking
Der festliche Abendanzug, erkennbar am seidenen Revers und dem Galonstreifen an der Hose. Er wird mit Fliege getragen und erfüllt den Dresscode Black Tie. Ein guter Smoking bleibt jahrelang aktuell, weil sich an seiner Form kaum etwas ändert.
White Tie
Der höchste Dresscode: Frack mit weißer Fliege und weißer Weste. Er gilt für Bälle, Staatsempfänge und Opernpremieren. Kommt diese Angabe auf Ihrer Einladung vor, ist die Kleiderfrage nicht verhandelbar.
Anzug — Teile & Aufbau
Ärmelknöpfe / Knopfleiste
Die Knöpfe am unteren Ende des Sakkoärmels. Bei hochwertigen Anzügen lassen sie sich tatsächlich öffnen, was als Zeichen guter Verarbeitung gilt. Wichtig ist die Länge der Knopfleiste bei Änderungen: Kürzt man den Ärmel von unten, wandern die Knöpfe mit.
Brusttasche
Die kleine Tasche links auf der Brust des Sakkos. Sie ist für das Einstecktuch gedacht, nicht für Gegenstände. Ein vernähtes Brusttaschen-Fach beim Kauf ist normal und wird einfach geöffnet.
Einlage (verklebt, halb Canvas, voll Canvas)
Die Einlage ist die Schicht zwischen Oberstoff und Futter, die dem Sakko seine Form gibt. Verklebt bedeutet: Eine fixierte Einlage macht das Sakko preiswerter, aber steifer. Bei halb Canvas sitzt eine echte Einlage in der Brustpartie, bei voll Canvas durchgehend bis zum Saum. Canvas-Sakkos fallen weicher, atmen besser und passen sich mit der Zeit Ihrem Körper an. Sie erkennen den Unterschied am Griff: Ein Canvas-Sakko fühlt sich lebendig an, nicht starr.
Futter
Das Innenleben des Sakkos. Es sorgt dafür, dass der Anzug glatt über das Hemd gleitet und sauber fällt. Ein Halbfutter lässt den Rücken frei und macht das Sakko leichter und kühler im Sommer.
Galonstreifen
Der seidene Streifen an der Außenseite der Smokinghose. Er gehört zum Smoking wie die Fliege und unterscheidet die Smokinghose von einer normalen Anzughose. Wer einen Galonstreifen sieht, sieht Abendgarderobe.
Paspeltasche
Eine schmale Tasche am Sakko, deren Öffnung nur durch einen schmalen Stoffrand (die Paspel) sichtbar ist. Sie wirkt schlichter und formeller als die Pattentasche. Üblich ist sie an Business- und Festtagsanzügen.
Pattentasche
Eine Tasche mit sichtbarer Stoffklappe. Sie gilt als etwas legerer als die Paspeltasche. Bei vielen Sakkos lässt sich die Patte einschlagen, sodass die Tasche wie eine Paspeltasche aussieht.
Revers
Der aufgeschlagene Kragen des Sakkos, der die Vorderseite prägt. Das fallende Revers ist der Standard für Business und Alltag. Das Spitzrevers läuft nach oben aus und wirkt markanter, typisch für zweireihige Sakkos. Der Schalkragen (Schal-Revers) verläuft rund ohne Einschnitt und ist die klassische Form am Smoking. Welches Revers zu Ihnen passt, hängt von Anlass und Gesichtsform ab — das schauen wir uns in der Beratung gemeinsam an.
Reversloch / Boutonnière-Loch
Das kleine Knopfloch im linken Revers. Es ist für die Boutonnière gedacht, die Ansteckblume des Bräutigams. Bei gut gearbeiteten Sakkos ist das Loch echt durchbrochen, nicht nur angenäht.
Schlitz (einfach, doppelt, keiner)
Der Schlitz am Sakko-Rücken sorgt für Bewegungsfreiheit. Ein einfacher Mittelschlitz ist die amerikanisch-englische Variante, zwei Seitenschlitze die britische und in Europa gängigste Form. Ein Sakko ohne Schlitz fällt am glattesten, engt aber beim Hinsetzen ein. Für die meisten Männer ist der doppelte Schlitz die praktischste Wahl.
Schulterpolster
Die Einlage in der Schulter des Sakkos. Sie gibt der Silhouette Halt und gleicht unterschiedlich hohe Schultern aus. Wie stark ein Polster ausfällt, ist Stil- und Passformfrage zugleich: Eine weiche Schulter wirkt moderner, eine aufgebaute strenger.
Taille / Taillierung
Beschreibt, wie stark das Sakko in Körpermitte eingezogen ist. Eine sichtbare Taillierung streckt die Figur, eine gerade Linie wirkt ruhiger. Relevant wird das Thema immer dann, wenn ein Sakko am Bauch spannt oder am Rücken Falten wirft — beides lässt sich über Schnitt oder Änderung lösen.
Vorderteil
Die Vorderseite des Sakkos mit seinen Verstärkungen. An der Verarbeitung des Vorderteils erkennt man die Qualität eines Anzugs, denn hier sitzt die Einlage. Ein sauber fallendes Vorderteil ohne Wellen ist das sicherste Zeichen guter Arbeit.
Passformen & Größen
Änderungsservice
Die Nacharbeit am fertigen Anzug: Hose kürzen, Taille anpassen, Ärmel richten. Kleinere Anpassungen gehören bei uns zum normalen Service, auf Wunsch über eine Schneiderei, mit der wir zusammenarbeiten. Beim Kauf sagen wir Ihnen, was geändert werden sollte und was es kostet.
Baukasten(-Prinzip)
Ein System, bei dem Sakko und Hose desselben Anzugs in unterschiedlichen Größen gekauft werden. Das hilft allen, deren Oberweite und Hüfte nicht in dieselbe Konfektionsgröße passen. Unser Baukasten-Lieferant ist DIGEL — mehr dazu weiter unten im Abschnitt „Aus dem Geschäft“.
Konfektion
Anzüge, die in festen Standardgrößen industriell gefertigt werden. Konfektion ist sofort verfügbar und beginnt bei uns ab 399 €. Für die meisten Männer und die meisten Anlässe ist sie die richtige Wahl, solange die Passform stimmt.
Kurz- und Langgrößen
Größen für Männer, die deutlich kleiner oder größer als der Standard sind. Kurz- und Langgrößen sind nicht einfach kürzere oder längere Versionen, sondern insgesamt anders proportioniert: Armlänge, Rücken und Hosenschnitt stimmen zur Körperlänge. So sitzt der Anzug, ohne dass er überall geändert werden muss.
Maßanfertigung
Ein Anzug, der komplett individuell für Sie gebaut wird, inklusive eigenem Schnittmuster und Zwischenanproben. Maßanfertigung ist der aufwendigste Weg zum Anzug und entsprechend teuer. Sie ist von der Maßkonfektion zu unterscheiden, die mit einem bestehenden Schnitt arbeitet.
Maßkonfektion
Ein Anzug nach Ihren Maßen, gefertigt auf Basis eines bewährten Grundschnitts. Sie wählen Stoff, Knöpfe, Revers und Details, wir nehmen Maß; die Fertigung läuft in Europa und dauert rund vier bis sechs Wochen. Maßkonfektion beginnt bei uns ab 599 €, mit über 5.000 Stoffen zur Auswahl. Im Unterschied zur Maßanfertigung entsteht kein eigenes Schnittmuster — dafür bleibt der Preis im Rahmen.
Regular Fit
Die klassische, gerade geschnittene Passform mit Luft zwischen Stoff und Körper. Sie trägt sich bequem und verzeiht. Wer viel sitzt oder eine ruhige Silhouette bevorzugt, ist hier richtig.
Slim Fit
Die körpernahe Passform: schmaler am Bein, enger an der Taille, kürzer im Sakko. Slim Fit setzt eine schlanke bis normale Figur voraus, um gut auszusehen. Wichtig: Schlank geschnitten heißt nicht klein kaufen — die Größe muss stimmen wie bei jeder anderen Form.
Tailored Fit
Die Passform zwischen Slim und Regular: tailliert und modern, aber mit etwas mehr Bewegungsraum. Für die meisten Männer ist Tailored Fit der beste Kompromiss aus aktueller Linie und Alltagstauglichkeit.
Übergrößen
Konfektionsgrößen oberhalb des Standards, mit eigenen Proportionen statt nur mehr Weite. Ein guter Anzug in Übergröße ist so geschnitten, dass er die Figur streckt statt betont. Führt die Konfektion nicht weiter, ist Maßkonfektion die saubere Lösung.
Zwischengrößen
Größenstufen zwischen den Standardgrößen, etwa die 51 zwischen 50 und 52. Sie helfen Männern, die genau zwischen zwei Größen liegen. Mehr Zwischengrößen bedeuten weniger Änderungsbedarf am fertigen Anzug.
Stoffe & Webarten
Cord
Ein Baumwollstoff mit samtigen Längsrippen. Cord ist robust, wärmend und eher leger — klassisch für Sakkos und Hosen im Herbst. Je feiner die Rippe, desto eleganter wirkt der Stoff.
Flanell
Ein weicher, leicht angerauter Wollstoff. Flanell ist der klassische Winteranzugstoff und fühlt sich warm an, ohne schwer zu sein. Grauer Flanell gehört zu den traditionellsten Business-Stoffen überhaupt.
Fresco / High-Twist
Ein Wollstoff, dessen Garne stark verdreht sind. Dadurch wird das Gewebe offen und luftig: Der Stoff knittert kaum und bleibt kühl. Fresco ist die erste Wahl für Sommeranzüge und Geschäftsreisen.
Gabardine
Ein fest gewebter Stoff mit feiner diagonaler Ripsstruktur. Gabardine ist glatt, strapazierfähig und fällt sauber. Der Stoff eignet sich für Anzüge und Mäntel, die viel aushalten müssen.
Kaschmir
Die feine Unterwolle der Kaschmirziege. Kaschmir ist weicher und wärmer als Schurwolle, aber empfindlicher und teurer. In Anzügen kommt es meist als Beimischung vor, pur häufiger in Strick und Mänteln.
Leinen
Ein Naturstoff aus Flachs. Leinen ist der kühlste Anzugstoff, den es gibt, und knittert aus Prinzip — diese Falten gehören zum Charakter. Wer einen glatten Anzug will, wählt im Sommer besser Fresco; wer Leinen trägt, trägt auch seine Knitter.
Merino
Schurwolle vom Merinoschaf, mit besonders feiner Faser. Merino ist weich, temperaturausgleichend und der Standard für gute Anzugstoffe und feinen Strick. Die meisten Qualitätsanzüge bestehen aus Merinowolle.
Mischgewebe
Stoffe aus zwei oder mehr Faserarten, etwa Wolle mit Seide oder Wolle mit Leinen. Die Mischung kombiniert die Eigenschaften beider Fasern: Wolle-Seide glänzt feiner, Wolle-Leinen bleibt trockener im Griff. Auf dem Etikett steht das Mischungsverhältnis in Prozent.
Mohair
Die Wolle der Angoraziege. Mohair ist glänzend, glatt und extrem knitterarm. Anzüge mit Mohair-Anteil wirken einen Hauch förmlicher und eignen sich gut für Abendgarderobe und heiße Tage.
Samt
Ein Gewebe mit weicher, aufgerichteter Oberfläche. Samt schimmert je nach Lichteinfall und wirkt festlich. Das Samtsakko ist ein Klassiker für den Winter und eine erlaubte Variante beim Creative Black Tie.
Schurwolle
Frisch geschorene Schafwolle, im Gegensatz zu recycelter Wolle. Schurwolle ist der Grundstoff fast aller guten Anzüge: Sie wärmt im Winter, atmet im Sommer und knittert sich wieder aus. Woran man Qualität erkennt, beschreiben die Super-Zahlen.
Seersucker
Ein leichter Baumwollstoff mit gewebten Wellen. Durch die Struktur liegt er nicht flächig auf der Haut und bleibt luftig. Seersucker ist der Stoff für Hochsommer und Auslandshochzeiten in warmen Regionen.
Super-Zahlen (Super 100 bis Super 150)
Die Angabe beschreibt die Feinheit des Wollgarns: Je höher die Zahl, desto feiner die Faser. Super 100 bis 120 ist robust genug für den Alltag und die richtige Wahl für die meisten Anzüge. Höhere Zahlen fühlen sich edler an, sind aber empfindlicher und teurer im Unterhalt. In der Beratung zeigen wir Ihnen den Unterschied direkt am Stoffmuster.
Tweed
Ein grober, melierter Wollstoff aus der britischen Tradition. Tweed ist windfest und langlebig, gedacht für Sakkos und Anzüge außerhalb des Büros. Er wirkt bewusst ländlich und eignet sich für Herbst und Winter.
Twill
Eine Webart mit sichtbarem diagonalen Lauf. Twill ist griffig, fällt gut und knittert weniger als glatte Bindungen. Viele Business-Anzüge und die meisten Chinos sind in Twill gewebt.
Hemden
Button-down-Kragen
Ein Kragen, dessen Spitzen mit kleinen Knöpfen am Hemd fixiert sind. Er stammt aus dem Sport und gilt als legerer Kragen. Getragen wird er mit oder ohne Krawatte, vor allem zu Sakko und Casual-Outfits.
Cutaway-Kragen
Ein Kragen mit weit auseinanderstehenden Spitzen. Er gibt großen Krawattenknoten Platz und lässt das Hemd auch offen gut aussehen. Er passt zu Männern mit schmalem Gesicht, weil er optisch verbreitert.
Haifischkragen
Ein weit gespreizter Kragen, der dem Cutaway ähnelt. Die Spitzen stehen noch weiter auseinander, sodass ein offenes Hemd besonders lässig wirkt. Mit Krawatte braucht er einen voluminösen Knoten, damit keine Lücke entsteht.
Kent-Kragen
Der klassische Business-Kragen mit mittlerem Winkel. Er funktioniert mit fast jeder Krawatte und fast jedem Gesicht. Wer nur ein Hemd besitzt, sollte eines mit Kent-Kragen haben.
Oxford
Ein robustes, leicht strukturiertes Hemdengewebe. Oxford-Hemden sind strapazierfähig und eher sportlich, der Klassiker darunter ist das Button-down-Hemd. Für sehr formelle Anlässe ist Popeline die glattere Wahl.
Popeline
Ein feines, glattes Hemdengewebe ohne sichtbare Struktur. Popeline wirkt elegant und ist der Standard für Business- und Festhemden. Der Stoff ist dünner als Oxford und damit empfindlicher im Alltag.
Smokinghemd
Das weiße Hemd zum Smoking. Erkennbar ist es am Umschlagkragen, an der verdeckten Knopfleiste und oft an einer feinen Biese auf der Brust. Es wird mit Umschlagmanschette und Manschettenknöpfen getragen.
Sportmanschette
Die normale Manschette mit einem Knopf, wie an fast jedem Alltagshemd. Sie ist praktisch und braucht nichts weiter. Zum Smoking und zur Umschlagmanschette passt sie nicht.
Umschlagmanschette
Die Manschette, die nach hinten umgeschlagen und mit Manschettenknöpfen geschlossen wird. Sie ist die formelle Variante und gehört zu Smoking, Cut und festlichen Anlässen. Manschettenknöpfe sind dabei Pflicht, keine Option.
Accessoires
Boutonnière
Die Ansteckblume am linken Revers, klassisch beim Bräutigam. Eine echte Blüte wirkt besser als jede Imitation und wird durch das Reversloch gesteckt. Sie sollte zur Blumendekoration der Hochzeit passen.
Einstecktuch
Das Tuch in der Brusttasche des Sakkos. Die einfachste Faltart ist das gerade „TV-Fold“, bei dem ein schmaler Streifen herausschaut; lässiger ist das locker eingestopfte Tuch mit sichtbaren Spitzen. Ein weißes Leinen- oder Baumwolltuch funktioniert immer. Wichtig: Es darf zur Krawatte passen, soll aber nicht aus demselben Stoff sein.
Fliege
Die Schleife am Kragen, Pflicht bei Black Tie und White Tie. Selbst gebunden sieht die Fliege lebendig aus und ist der kleine Stolz des Trägers; die vorgebundene ist die ehrliche Lösung für alle anderen. Wir zeigen Ihnen im Store, wie das Binden geht — es ist leichter als sein Ruf.
Hosenträger
Der Ersatz für den Gürtel, der die Hose auf Höhe hält. Hosenträger lassen die Hose glatter fallen und sind bei Cut, Smoking und Plastron die korrekte Wahl, weil dort kein Gürtel sichtbar sein soll. Sie werden an Knöpfen im Bund befestigt.
Krawatte
Das bindende Accessoire des Anzugs. Die Breite sollte zum Revers passen: schmales Revers, schmale Krawatte. Für den Alltag reicht der Vier-in-Hand-Knoten — schlank und leicht schräg; der Windsor ist breiter und symmetrischer und gehört zu weiten Kragen. Wenn Sie unsicher sind, lernen Sie den Vier-in-Hand richtig, statt fünf Knoten halb zu können.
Krawattenklammer
Eine kleine Spange, die Krawatte und Hemd verbindet. Sie hält die Krawatte an ihrem Platz und gehört zwischen den dritten und vierten Hemdknopf. Funktional ist sie immer, als Schmuck ist sie Geschmackssache.
Kummerbund
Die breite Stoffschärpe um die Taille, getragen zum Smoking. Er deckt den Hosenbund ab und wird mit den Falten nach oben getragen. Alternativ zum Kummerbund sind Hosenträger möglich — beides zusammen ist zu viel.
Manschettenknöpfe
Die Verschlüsse für die Umschlagmanschette. Sie sind das einzige klassische Schmuckstück des Mannes im Anzug. Schlichtes Silber oder Perlmutt funktioniert zu allem; verspielte Modelle passen besser zur Party als zum Amtstermin.
Plastron
Die breite, fest gebundene Halsschärpe des Bräutigams, geschlossen am Hals und breit auf der Brust. Er gehört zu Cut, Cutaway und Stresemann und wird oft mit einer Perlennadel fixiert. Der Plastron ersetzt die Krawatte, nicht zusätzlich dazu.
Schuhe
Brogue
Kein eigenes Schuhmodell, sondern das Lochmuster auf dem Leder. Halbbrogues tragen die Löcher an den Kanten, Vollbrogues zusätzlich auf der gesamten Schuhspitze. Je mehr Muster, desto legerer der Schuh: Ein schlichter Oxford ohne Brogueing ist der formellste.
Derby
Der Schnürschuh mit offener Schnürung: Die Seitenteile liegen über dem Vorderblatt. Der Derby sitzt bequemer bei hohem Spann und gilt als eine Nuance legerer als der Oxford. Für die meisten Anzüge und Füße ist er die alltagstaugliche Wahl.
Loafer
Der Schlupfschuh ohne Schnürung. Er passt zu Smart Casual und Sommeranzügen, im Winter und zu sehr formellen Anlässen ist er fehl am Platz. Mit oder ohne Socken ist Stil- und Temperaturfrage — bei der Hochzeit bitte mit.
Monkstrap
Ein Schuh mit Schnalle statt Schnürung, mit einem oder zwei Riemen. Er liegt formell zwischen Oxford und Loafer und ist die Option für alle, die etwas Eigenes wollen, ohne die Kleiderordnung zu brechen.
Oxford
Der eleganteste Schnürschuh, erkennbar an der geschlossenen Schnürung: Die Seitenteile sind unter dem Vorderblatt vernäht. Dadurch entsteht die glatte, ruhige Silhouette, die zu Anzug, Smoking und Cut passt. Wer nur ein Paar Anzugschuhe kauft, kauft einen schwarzen oder dunkelbraunen Oxford.
Rahmengenäht
Die traditionelle Bauart guter Schuhe: Die Sohle wird über einen Lederstreifen, den Rahmen, mit dem Schaft vernäht statt geklebt. Rahmengenähte Schuhe lassen sich neu besohlen und halten bei guter Pflege viele Jahre. Man erkennt sie an der sichtbaren Naht am Sohlenrand.
Aus dem Geschäft
Zeremonie
Unser Fachwort für festliche Tagesgarderobe: Cut, Cutaway und Stresemann. Dahinter stehen bei uns Wilvorst und Tziacco, zwei deutsche Hersteller aus Northeim, die auf genau diese Garderobe spezialisiert sind. Wenn auf Ihrer Einladung Cut steht, sind Sie bei der Zeremonie richtig.
Baukasten-Lieferant DIGEL
DIGEL ist die Marke, mit der wir das Baukasten-Prinzip anbieten: Sakko und Hose eines Anzugs lassen sich in unterschiedlichen Größen kombinieren. Wer oben 50 und unten 46 trägt, bekommt so einen Anzug von der Stange, der sitzt wie geändert. DIGEL-Anzüge beginnen bei 279 €, geführt im Store Windmühlenstraße 3.
Diskretions-Service
Unser Service für Bräutigame, die auf das Brautkleid abgestimmt werden möchten, ohne es vorher zu sehen. Die Partnerin oder eine Vertrauensperson nennt uns Farbe und Stil des Kleides, wir stimmen Anzug, Weste und Accessoires darauf ab. Der Bräutigam erfährt nichts, was er nicht erfahren soll — und steht am Tag der Hochzeit trotzdem perfekt daneben.
Gruppen-Termin
Ein gemeinsamer Beratungstermin für Bräutigam, Trauzeugen und Väter. Alle werden am selben Tag eingekleidet, sodass Anzüge und Accessoires aufeinander abgestimmt sind und niemand aus der Reihe fällt. Die Beratung dauert wie immer 60 bis 90 Minuten, ist kostenlos und unverbindlich — vereinbaren Sie einfach einen Termin.
Häufige Fragen zum Anzug-Wortschatz
Was bedeutet der Dresscode Cocktail für Herren?+
Cocktail bedeutet: dunkler Anzug, Hemd, dazu eine Krawatte oder Fliege und Lederschuhe. Ein Smoking ist nicht nötig, Jeans und Sneaker sind zu leger. Es ist der häufigste Dresscode bei Hochzeiten und Abendfeiern. Wenn Sie einen guten dunkelblauen Anzug besitzen, sind Sie für Cocktail bereits ausgerüstet.
Was ist der Unterschied zwischen Smart Casual und Business Casual?+
Business Casual bleibt im Büro-Rahmen: Sakko, Stoffhose, Hemd, lediglich die Krawatte entfällt. Smart Casual darf weitergehen und schließt Chino, dunkle Jeans, feinen Strick und saubere Sneaker ein. Kurz gesagt: Business Casual ist der Arbeitsplatz, Smart Casual das Dinner danach. Im Zweifel sind Sie mit Sakko und Hemd bei beiden richtig.
Was heißt Black Tie bei einer Hochzeit?+
Black Tie auf der Hochzeitseinladung bedeutet Smoking: schwarzes oder mitternachtsblaues Sakko mit seidenem Revers, schwarze Fliege, weißes Smokinghemd, schwarze Schuhe. Der Gastgeber wünscht sich eine festliche Abendgarderobe. Ein dunkler Business-Anzug ist dann die falsche Antwort. Wir beraten Sie gern — Beratung dauert 60 bis 90 Minuten, ist kostenlos und braucht keinen Termin.
Was bedeutet „informal“ als Dresscode?+
Informal klingt leger, ist es aber nicht. Gemeint ist der normale dunkle Gesellschaftsanzug, wie man ihn im Büro oder beim Standesamt trägt, mit Hemd und üblicherweise Krawatte. Die Bezeichnung stammt aus der traditionellen Kleiderordnung und unterscheidet sich von „casual“, das tatsächlich Freizeitkleidung meint. Steht informal auf der Einladung, greifen Sie zum Anzug.
Was ist ein Baukasten-Anzug?+
Ein Baukasten-Anzug ist Konfektion nach dem Baukasten-Prinzip: Sakko und Hose werden in getrennten Größen aus demselben Stoff kombiniert. So bekommen Männer, deren Oberkörper und Hüfte in verschiedene Größen fallen, ohne Maßanfertigung einen passenden Anzug. Unser Baukasten-Lieferant ist DIGEL. Im Store probieren wir in wenigen Minuten aus, welche Kombination zu Ihnen passt.